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Wie findet man einen guten Hypnotherapeuten?

Bernhard Trenkle, Dipl.-Psych., Dipl. Wi.-Ing.

Das Internet ist eine hervorragende Möglichkeit, sich zu informieren und die „Spreu vom Weizen“ zu trennen, wenn man weiß, worauf man achten muss.
Von uns empfohlene HypnotherapeutInnen haben ein Grundlagenstudium 
(i.d.R. Medizin, Psychologie oder Sozialpädagogik). Darauf aufbauend machen diese 
Therapeuten dann eine grundlegende und lange Therapieausbildung (z.B. 
Verhaltenstherapie, Systemische Familientherapie, Psychoanalyse etc). Und 
erst daran anschließend absolvieren diese Therapeuten eine zusätzliche 
Hypnoseausbildung. Wenn Sie auf die Homepage solcher Kolleginnen oder 
Kollegen gehen, dann werden sie deren fundierte Ausbildung in der 
Personenbeschreibung nachvollziehen können. Dort steht, wo und was sie studiert haben und welche Ausbildungen sie absolviert haben. Oft steht dort auch so 
etwas wie: Nach 10 Jahren in der Schmerzklinik xy habe ich mich in 
eigener Praxis niedergelassen.
Diese erfahrenen TherapeutInnen haben meist 
Spezialgebiete, die sie auch benennen, wobei sie natürlich auch viele 
andere Probleme und Störungen behandeln können.
Hypnosetherapeuten ohne solide Ausbildung lassen in ihrer Personenbeschreibung das alles vermissen. Sie schreiben manchmal in blumiger Sprache, dass sie irgendwann die Begabung entdeckt hätten, andere zu heilen. Es findet sich aber oft keine Information, was sie studiert haben und wo sie einmal in einem Team mit anderen Fachleuten zusammengearbeitet haben. Stattdessen werden dann oft nicht überprüfbare Titel wie „Zertifizierter Hypnosetherapeut“ oder „Hypnoanalytiker“ und viele einzelne Fortbildungen aufgelistet, von denen erfahrene Fachleute noch nie etwas gehört haben.
Seriöse Hypnosetherapeuten listen nach unserer Recherche nur wenige Spezialgebiete auf. Auf den Webseiten unseriöser Hypnosetherapeuten werden hingegen oft mehrere Dutzend Symptome aufgeführt, die sie mit Hypnose behandeln wollen. Diese Anbieter haben nur Hypnose gelernt, aber es fehlen die fachlichen Grundlagen, um das Gelernte sicher und sinnvoll anwenden zu können.

"Das Internet ist eine hervorragende Möglichkeit, sich zu informieren und die „Spreu vom Weizen“ zu trennen...
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Als Beispiel: Es gibt Hebammen, die in Hypnose für Geburtshilfe ausgebildet sind. Es ist jedem klar, dass man mit 6 Seminaren Hypnose für Geburtshilfe keine Praxis als Hebamme aufmachen kann. Oder anders gesagt: Im Falle von einer Geburt wird man eher zu einer Hebamme ohne Hypnose-Ausbildung als zu einem Hypnotiseur ohne Geburtshilfe-Ausbildung gehen. Wenn die Hebamme zusätzlich eine Hypnose-Ausbildung hat – dann ist das optimal.
Dasselbe gilt für die Psychotherapie. Wenn Sie einen Hypnosetherapeuten für 
sich suchen, achten Sie auf die gute und fundierte Grundausbildung und vergewissern sich, dass ihr Therapeut auch für das ausgebildet ist, was er anbietet.


Bernhard Trenkle, Dipl.-Psych., Dipl. Wi.-Ing.
Mitglied des Direktoriums der Milton Erickson Foundation Phoenix, USA
Ausbilder für klinische Hypnose, hypnosystemischer Kommunikation sowie hypno-systemische Konzepte bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.)
Vorstand der International Society of Hypnosis ( ISH )
Autor mehrerer Bücher
www.meg-rottweil.de (Ausbilder))
www.bernhard-trenkle.eu
www.ishhypnosis.org (Vorstand)

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