Hypnose in der Psychotherapie

Bernhard Trenkle, Dipl.-Psych., Dipl. Wi.-Ing.

Weltweit wird im Moment viel über Hypnose geforscht. Mit Hilfe der Kernspinresonanztomographie (MRT) und der Elektroenzephalographie (EEG) wurde nachgewiesen, dass die Hypnose definitiv die Hirnaktivität verändert und definitiv etwas anderes als Wachzustand oder Schlafen ist. Man weiß daher inzwischen sehr viel mehr darüber, warum Hypnose so wirksam ist.
Insbesondere Beschwerden, die häufig psychosomatische Ursachen haben, wie Kopfschmerzen, Migräne, chronischen Schmerzen, Reizdarm etc. lassen sich sehr gut mit Hypnose behandeln. Bei Depression und Burn-Out, Angst- und Schlafstörungen ist Hypnotherapie ebenfalls wirkungsvoll. Es gibt noch viele weitere Gebiete, wie beispielsweise die Raucherentwöhnung. In wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass bekannte Therapieansätze wie Verhaltenstherapie und Psychodynamische Therapie wirksam sind. Kombiniert man diese Verfahren mit Hypnose, so sind beide nochmal deutlich effektstärker. Bildhaft gesprochen wirkt Hypnose da wie ein Turbolader für einen ohnehin schon starken Motor. Hypnotherapie wird häufig auch als Anleitung zur Selbsthypnose durchgeführt. Dies ermöglicht den Patienten, sich außerhalb des Therapiezimmers oder nach einer Therapie dauerhaft selbst weiter zu helfen.
Die meisten gut ausgebildeten Hypnosetherapeuten haben Spezialgebiete und es gibt für diese jeweiligen Gebiete auch unterschiedliche Hypnoseformen. Diese Therapeuten haben zuerst ein Grundlagenstudium wie Medizin oder Psychologie absolviert, dann werden sie Facharzt oder werden in einem psychotherapeutischen Verfahren wie z.B. Verhaltenstherapie ausgebildet. Erst daran anschließend lernen sie zusätzliche Hypnosekenntnisse und spezialisieren sich oft noch innerhalb der Psychotherapie oder Hypnosepsychotherapie auf Spezialgebiete wie Schmerzbehandlungen oder Ess-Störungen.

"In wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass bekannte Therapieansätze ... wirksam sind. Kombiniert man diese Verfahren mit Hypnose, sind sie deutlich effektstärker."

Therapeuten, die als einziges Verfahren Hypnose vorweisen, sind nicht zu empfehlen. Sie können das mit Mentaltraining im Sport vergleichen. Viele Sportler können ihre volle Leistung, wenn es z.B. bei einer Meisterschaft darauf ankommt, nicht abrufen. Dafür gibt es Mentaltrainer. Es ist aber noch niemand durch bloßes Mentaltraining Olympia-Sieger im Hochsprung geworden. Dazu braucht er/sie einen sehr gut ausgebildeten Hochsprung-Trainer, der viel über Technik, Trainingsaufbau bis hin zu Ernährung weiß, und dann kann anschließend ein Mentaltrainer dafür sorgen, dass die Leistung im entscheidenden Moment wirklich abgerufen werden kann. Dieses Prinzip gilt ebenso in der Psychotherapie – und ist dort sogar noch wichtiger. Bei Interesse an einer Hypnosetherapie sollten Sie sich daher einen Therapeuten suchen, der umfassend ausgebildet ist und nicht nur Hypnose kann.

Liz Lorenz Wallacher, Dipl.-Psych.
Psychologische Psychotherapeutin
Ausbilderin für klinische Hypnose und hypnosystemische Kommunikation der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.)
Buchautorin
www.meg-saarbruecken.com (Ausbilderin)
Bernhard Trenkle, Dipl.-Psych., Dipl. Wi.-Ing.
Mitglied des Direktoriums der Milton Erickson Foundation Phoenix, USA
Ausbilder für klinische Hypnose, hypnosystemischer Kommunikation sowie hypno-systemische Konzepte bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.)
Vorstand der International Society of Hypnosis ( ISH )
Autor mehrerer Bücher
www.meg-rottweil.de (Ausbilder))
www.bernhard-trenkle.eu
www.ishhypnosis.org (Vorstand)

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