Hypnose in der Traumatherapie

Hypnose in der Traumatherapie 2018-03-07T17:35:53+00:00

Project Description

Hypnotherapeutische Techniken haben in der modernen Traumatherapie eine große Bedeutung und können in jede Phase der Behandlung eingebettet werden. Vorrangig geht es im ersten Schritt darum, persönliche Fähigkeiten und Ressourcen zu stärken, um im Alltag wieder besser zurechtzukommen. Hypnose hilft aber auch dabei, das Trauma zu verarbeiten, etwaige Erinnerungslücken zu schließen und sich in der letzten Therapiephase auf eine Zukunft mit mehr Freiheitsgraden auszurichten.

Für den Erfolg einer Traumatherapie ist es wichtig, neben den für alle Psychotherapien geltenden Prinzipien auch spezifisch auf die trauma-eigene Dynamik einzugehen. Durch traumatische Ereignisse wird der Körper mit sehr vielen und gleichzeitig extrem unangenehmen Sinnesreizen überflutet. Die Verarbeitungskapazität des Gehirns wird dabei maximal überschritten, so dass größere Probleme bei der Informationsverarbeitung auftreten und diese teilweise blockiert werden kann. Hypnose kann dem entgegenwirken, da sich der Organismus in einem Entspannungszustand befindet, was eine Reizüberflutung abschirmt. Hypnose leistet quasi Entwicklungshilfe für das Gehirn, indem sie die Voraussetzungen verbessert, die Dinge im Nachhinein zu sortieren und zu verstehen und zunehmend freier von den Schatten der Vergangenheit zu werden.

Generell betrachtet die moderne Hypnotherapie die bestehenden posttraumatischen Symptome als sinnvolles wenngleich nicht zielführendes Verhalten: der Organismus versucht mit den nach dem Trauma entstandenen Verhaltensweisen wie Rückzug, Anspannung, Überwachheit, sich aufdrängenden Erinnerungen und Albträumen, die Dinge zu verarbeiten, Schmerzhaftes zu vermeiden und sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Mit Hypnose werden gesündere Möglichkeiten gefunden, um diese Ziele zu erreichen. Menschen lernen so, wie sie sich adäquater schützen, wie sie die Ereignisse einordnen und wieder zur Ruhe kommen können und spüren häufig erst dann, dass die traumatische Situation wirklich vorbei ist.

Eine Trauma-Behandlung kann letztlich nur langfristig wirksam sein, wenn die Person in ihrer aktuellen Umgebung keinen Bedrohungen oder gar realer Gewalt ausgesetzt ist, also äußere Sicherheit besteht.

WORAUF SOLLTEN SIE BEI DER AUSWAHL IHRER PSYCHOTHERAPEUTIN ACHTEN?

Sogar für Fachleute ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, welchen Hintergrund ein Angebot tatsächlich hat. Wichtig ist es daher auf Feinheiten sowohl bei einzelnen Formulierungen als auch bei etwaigen Zertifikaten zu achten und diese zu überprüfen. Auch ist in der Traumatherapie eine schnelle (Wunder-)Heilung eher die Ausnahme. Seien Sie also skeptisch, wenn Ihnen so etwas versprochen wird.

Ihre PsychotherapeutIn sollte eine umfassende Aus- und Weiterbildung erworben haben. In Deutschland sind das alle approbierten ärztlichen und psychologischen PsychotherapeutInnen mit verhaltenstherapeutischem oder psychodynamischem Verfahren (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Psychoanalyse). Zusätzlich sind gute Kenntnisse im Bereich der Psychotraumatologie erforderlich. Hier können Sie sich beispielsweise über die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) informieren. 

Über seriöse hypnotherapeutische Ausbildungen informiert Sie diese Website. Wenden Sie sich also im Zweifel an die hier aufgeführten Fachgesellschaften und schildern in einer Email Ihr Anliegen.

AUTOR

DR. MED. CLAUDIA WILHELM-GÖSSLING
DR. MED. CLAUDIA WILHELM-GÖSSLINGFachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Chefärztin in der KRH Psychiatrie Wunstorf
  • 2. Vorsitzende der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.)

Klinikum Region Hannover (Chefärztin)

M.E.G. Hypnose (Vorstand)

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